Tee und Tee Zubehör
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Ernte Ernte und Herstellung

Die Tee-Ernte

In den Haupt-Tee-Erzeugerländern werden fast ausschließlich die oberste Blattknospe
und die zwei darauffolgenden jüngsten Blätter eines Triebes(„two leaves and a bud“)
gepflückt. Weitere, d.h. ältere Blätter als diese. wirken sich negativ auf die Qualität des
fertigen Produkts aus. In Höhenlagen sind bis zu 15 und in Niederungen etwa 30 Pflü-
ckungen jährlich möglich. In den höher gelegenen, kühleren Gebieten wächst der Tee
natürlich langsamer. Das läßt den besonders feinen und aromatischen Charakter ent-
stehen. Die Erntezeit hat auf die Qualität einen entscheidenden Einfluß. Die Tabelle
„Qualitätsschwankungen des Tees“ macht dies deutlich. Das Pflücken erfordert viel
Sorgfalt und Geschicklichkeit und wird meistens von Frauen ausgeführt. Die durch-
schnittliche Pflückleistung einer Pflückerin beträgt etwa 16-24 kg grünes Blatt am Tag.
Diese Menge ergibt 4-6 kg fertigen Tee. Zwei bis drei Mal am Tag wird das grüne
Blatt in die Fabrik auf der Plantage gebracht. Die grünen, frischen Blätter sind noch
vollkommen neutral im Duft und müssen nun erst in der Teefabrik durch eine Reihe
von Produktionsvorgängen aufbereitet werden, bis daraus der aromatische schwarze
Tee entsteht.

 

 

 

Die Aufbereitung

Im Gegensatz zu Kaffee, der als Rohkaffee eingeführt wird und erst im Verbrauchs-
land durch Verlesen und Rösten seine endgültige Gestalt erhält, wird Tee bereits auf
den Plantagen im Ursprungsland aufbereitet und als fertiger schwarzer Tee exportiert.
Die wichtigsten Phasen der Aufbereitung bei der orthodoxen Prokuktion (die im Ge-
gensatz zur später im Text erklärten CTC­Produktion jede gewünschte Art von Blatt-
grad liefen) sind: Welken, Rollen, Ferrnentieren, Trocknen und Sortieren in Blatt- und
Brokengrade, d.h. Größen. Die einzelnen Vorgänge sind nachstehend erläutert:

 

1. Das Welken

Wenn das frische Blattgut die Fabrik erreicht, wird es zunächst
gewogen und die Menge registriert. Alsbald folgt der Welkprozeß,
wobei dem Blattgut ca. 30% der Feuchtigkeit entzogen wird,
um es weich und geschmeidig für das anschließende Rollen zu
machen.
Das Welken erfolgt in Welktrögen von 25-30m Länge, die mit
Drahtgitter bespannt sind und von riesigen Ventilatoren belüftet
werden. Das Blattgut wird auf Netzen ausgebreitet und die ein-
geblasene Luft kann bei hohem Feuchtigkeitsgehalt des Blattes
auch erwärmt werden. Die Welkdauer beträgt 12 bis 18 Stunden.

 

2. Das Rollen

Danach wird das gewelkte grüne Blatt in großen Rollmaschinen
gerollt. Diese bestehen aus zwei großen, schweren Metallplatten,
die sich kreisend gegenein­ander bewegen, dabei die Zellwände
des Blattes aufbrechen und den Zellsaft mit dem Sauerstoff der
Luft in Verbindung bringen. Dadurch wird die Fermen­tation ein-
geleitet, ebenso die Entwicklung der ätherischen Öle, die Duft
und Aromä des Tees bestimmen. Der gerollte Tee, der jetzt be-
reits zu fermentieren beginnt, wird in den Fermentationsraum ge-
bracht.

In manchen Teefabriken wird im Anschluß an das Rollen eine
„Rotorvane“­Maschine, eine Art Reißwolf zur weiteren Aufberei-
tung des Blattes, einge­setzt. Hier läuft das Blattgut über eine
langsam rotierende Schnecke durch einen Zylinder, in den zur
Beschleunigung der Fermentation gleichzeitig Sauerstoff einge-
blasen wird.

 

3. Das
Fermentieren

Die Fermentation ist ein Oxydations- oder Gärungsprozeß des
beim Rollen austretenden Zellsaftes und beginnt bereits beim
Rollen. Zur Fermentation wird das Blattgut im Fermentations-
raum ca. 10 cm hoch auf Tischen ausge- ~. breitet. In moder-
nen Fabriken wird der Raum mit wasserversprühenden Venti-
latoren befeuchtet. Während der Fermentation -- sie dauert
2-3 Stunden - - verfärbt sich das Blatt und nimmt allmählich
eine kupferrote Farbe an. Diese Farbe finden wir wieder im
feuchten Teeblatt beim Aufguß in der Tasse. Der “Teamaker“
muß den Stand der Oxydation, vor allem am Geruch des
feuchten Blattes, ständig kontrollieren. Von der richtigen Fer-
mentation hängt ganz wesentlich die Qualität des fertigen
Tees ab.

 

4. Das
Trocknene

Die Fermentation wird unterbrochen, wenn der gewünschte
Grad der Fer­mentation erreicht ist, d.h. sobald der Tee
seinen typischen Geruch und die kupferrote Farbe entwickelt
hat, wird er getrocknet. Hierfür werden soge­nannte Etagen-
trockner verwendet, die mit Holz oder Heizöl beheizt werden.
Der Tee durchläuft den Trockner auf einem Laufband. Die
Anfangstempe­ratur mit ca. 90º C bindet den Zellsaft fest an
das Blatt. Am Ende der ca. 20minütigen Trocknung beträgt
die Temperatur nur noch 13º C, die restliche Feuchtigkeit ca.
6 %.
Später, beim Teeaufguß, löst sich der am Teeblatt einge-
dickte Saft durch das kochende Wasser und ergibt ein
aromatisches und anregendes Getränk.

5. Das
Sortieren

Der schwarze Tee, der den Trockner verläßt, ist erst so-
genannter Roh-Tee, der jetzt über eine Anzahl von me-
chanischen Rüttelsieben verschiedener Größen in die
unterschiedlichen Sortierungen, oder Grade - d.h. Blatt-
größen - ausgesiebt wird. Es handelt sich hierbei um die
Bezeichnungen der handelsüblichen Blattgrößen, die oft
sehr phantasiereich sind und sogar von Plantage zu Plan-
tage variieren können. Sie sind immer eine Aussage über
Blattgröße und -Aussehen (z.B. die Anzahl der enthaltenen
„Tips“, oder hellen Blattspitzen), nicht aber über die Quali-
tät der Tees. Die Güte des Tees hängt von vielen Einfluß-
größen ab, wie Anbaugebiet, Erntezeit, Klimabedingungen,
Sorgfalt beim Pflücken, Fermentieren und Trocknen.

Grundsätzlich erhält man beim Sortieren, bedingt durch
die Maschenweite der Siebe,

Blatt-Tee

Broken-Tee

Fannings

Dust

Innerhalb der Größe gibt es Unterschiede, die jedoch
nur für den Mischvorgang von Bedeutung sind. Grund-
sätzlich gilt, je kleiner das Blatt ist, desto ergiebiger ist
der Aufguß.
Tee ist ein Naturprodukt, das durch den Entzug von Feuch-
tigkeit haltbar gemacht wird. Bewahren Sie ihn trocken
und kühl auf. Seinen ursprüngli­chen Geschmack erhält
sich der Tee, wenn Sie ihn fern von stark riechenden Le-
bensmitteln. z.B. Gewürzen. in einem fest schließenden
Behältnis aufbewahren.

 

 


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